- 30.07.10
 
Nuntius: „Gott muss den ersten Platz einnehmen“
Erzbischof Zurbriggen zelebrierte feierlichen Gottesdienst zum Fest des Heiligen Klemens Maria Hofbauer – Redemptoristen-Generalvikar P. Lopez: „Der Wiener Stadtpatron wird von den Redemptoristen in aller Welt verehrt“=

Wien, 17.03.10 (PEW) Gott muss den ersten Platz im Leben einnehmen, das sei die Lehre des Heiligen Klemens Maria Hofbauer, des „großen Apostels und Stadtpatrons von Wien“. Dies betonte der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, in der Wiener Kirche Maria am Gestade beim feierlichen Gottesdienst zum Fest des Heiligen. Die Gebeine des Heiligen ruhen seit 1862 in der gotischen Kirche, die von den Redemptoristen betreut wird. Klemens Maria Hofbauer hatte den Redemptoristenorden in Mitteleuropa heimisch gemacht.

 

Die tiefe Gottverbundenheit des Heiligen sei der Grund, warum Klemens Maria Hofbauer – ursprünglich ein einfacher Bäckergeselle – „bis heute im gläubigen Volk nichts an Popularität eingebüßt hat“, sagte Nuntius Zurbriggen. Hofbauer (1751-1820) hatte ab 1808 in Wien gelebt, wo die Wirkung seiner Predigten die Aufmerksamkeit der österreichischen Staatspolizei erregte, die schon das josephinische Staatskirchensystem in Gefahr glaubte. In den Notizen der Staatspolizisten wurde der Heilige als „der auferstandene Abraham a Sancta Clara“ bezeichnet. Seine Predigten waren an der Glaubenslehre orientiert und zugleich im höchsten Grad einfach, sodass auch ein Kind es begreifen konnte, so Zurbriggen.

 

Der Nuntius erinnerte daran, dass Klemens Maria Hofbauer in der Zeit des Spätjosephinismus in Wien wesentlich zur Wiederentdeckung des Bußsakraments beitrug. Zunächst habe der Heilige begonnen, als Aushilfspriester an der Minoritenkirche, der italienischen Nationalkirche, unauffällig als Beichtvater und Ratgeber zu wirken. Auch im kältesten Winter sei er schon um vier Uhr am Morgen in die Vorstadt zu den armenischen Mechitharistenpatres gegangen, wo er drei Stunden im Beichtstuhl saß. Später war sein Beichtstuhl in der Ursulinenkirche immer umlagert. Seine berühmten Beichtzusprüche hätten nach zeitgenössischen Berichten einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen, weil sie „kurz, ernst und gütig“ waren. Zu diesen Zusprüchen gehörte der Satz: „Nur Mut! Gott lenkt alles!“

 

Konzelebrant des Nuntius war der neugewählte Generalvikar (Stellvertreter des Generaloberen) der Redemptoristenkongregation, P. Enrique Lopez. Der Generalvikar erinnerte daran, dass das stürmische Leben von Klemens Maria Hofbauer in manchem auch der heutigen Zeit ähnelt. Der Wiener Stadtpatron habe für die Redemptoristen in aller Welt hohe Bedeutung. Zahlreiche Kirchen, Schulen und sozial-pastorale Projekte seien nach Klemens Maria Hofbauer benannt. „Der zweite Gründern unserer Kongregation erfährt weltweit eine hohe Verehrung und ist Symbol einer missionarischen Leidenschaft, die auch dann nicht austrocknet, wenn große Schwierigkeiten oder sogar Verfolgungen hereinbrechen“, so P. Lopez wörtlich. (ende)

(red)



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